Eine umfangreiche Suchübung der österreichischen Rettungshundebrigade Landesgruppe Tirol fand am Freitagabend des 24. April 2026 im Vomperbacher Föhrenwald von Terfens statt. Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Vomperbach, der BZ-Zentrale des BFV Schwaz sowie dem Drohnenteam Kufstein wurde ein realitätsnahes Einsatzszenario geprobt: die Suche nach sechs vermissten Kindern in unwegsamem Waldgebiet.
Auf einer rund 30 Hektar großen Fläche im Föhrenwald wurde das Gelände in acht Suchabschnitte unterteilt. Insgesamt fünf Suchtrupps – bestehend aus ortskundigen Feuerwehrkräften und mehreren Hundestaffeln – durchkämmten systematisch das Gebiet. Unterstützt wurden sie dabei von zwei hochmodernen Drohnen, die eine effiziente Koordination und rasche Lagebeurteilung aus der Luft ermöglichten.
Die Einsatzleitung erfolgte über die Bezirkszentrale des BFV Schwaz, die erstmals durch leistungsfähiges Satelliteninternet verstärkt wurde. Dadurch konnten Livebilder der Drohnen in Echtzeit verfolgt und unmittelbar in die Einsatzkoordination eingebunden werden. Die eingesetzten Drohnen verfügen über Wärmebildtechnik zur Erkennung selbst geringster Temperaturunterschiede sowie über integrierte Scheinwerfer und Lautsprecher, um mit aufgefundenen Personen direkt kommunizieren zu können.
Das Drohnenteam Kufstein brachte umfangreiche Erfahrung aus bis zu 150 absolvierten Einsätzen ein, darunter auch zahlreiche Sucheinsätze. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung einer zeitgleichen Alarmierung von Drohneneinheiten und Rettungshundestaffeln über die Leitstelle Tirol. Da sich vermisste Personen häufig im Umkreis von etwa 500 Metern ihres letzten bekannten Aufenthaltsortes befinden, ist ein koordiniertes und frühzeitiges Vorgehen entscheidend. Bereits durchsuchte Gebiete können die Arbeit der Suchhunde erheblich erschweren, da Geruchsspuren verfälscht werden.
Der Erfolg der Übung bestätigte eindrucksvoll den Wert moderner Technologie in Kombination mit eingespielter Teamarbeit. Durch präzise Kommunikation und abgestimmte Einsatzstrategien konnten alle vermissten Personen rasch lokalisiert werden. Auch taktische Aspekte wie die Suche gegen die Windrichtung spielten insbesondere für die Hundestaffeln eine wesentliche Rolle.
Beteiligte Einsatzkräfte:
- Feuerwehr Vomperbach unter Kommandant Marco Plattner mit 17 Feuerwehrmitgliedern sowie 6 Mitgliedern der Feuerwehrjugend
- Landesgruppe Tirol der österreichischen Rettungshundebrigade unter Landesleiter Michael Heller, Landeseinsatzleiter Michael Stockhammer und Landesausbildungsreferent Johannes Mann mit 17 Mitgliedern und 11 Hunden
- Bezirkszentrale BFV Schwaz mit vier Einsatzkräften aus den Feuerwehren Schwaz, Jenbach, Eben am Achensee und Schlitters
- Drohnenteam Kufstein vom Stützpunkt Brixlegg mit zwei Drohnen und vier Einsatzkräften
Die Übung bot allen beteiligten Organisationen wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Einsätze und unterstrich einmal mehr die Bedeutung moderner Technologien sowie reibungsloser Zusammenarbeit im Ernstfall.
Bericht: Stefan Erhart
Bilder: BFV Schwaz / Team ÖA Stefan Erhart & Marcel Kammerlander