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Sonntag, 19 April 2026 13:06

Großübung des Abschnitts Fügen in Ried: Spektakuläres Szenario mit 70 Statisten und 100 Einsatzkräften

RIED I. Z. – Am 17.04.2026 wurde der Bahnübergang beim Fußballplatz in Ried Schauplatz der diesjährigen Abschnittsübung des Abschnitts Fügen. Eine hochkomplexe Schadenslage mit einem brennenden Personenzug, verunfallten Fahrzeugen und brennenden Gasflaschen forderte das gesamte taktische Geschick der neun beteiligten Feuerwehren sowie des Roten Kreuzes.

Gegen 20:00 Uhr wurde der Alarm für die Einsatzkräfte ausgelöst. Das Szenario, welches von der Übungsleitung akribisch vorbereitet wurde, simulierte eine Verkettung unglücklicher Umstände: Ein Brand in der Bahnschaltanlage führte zum Ausfall der Schrankenanlage. Ein vollbeladener Rundholz-LKW passierte daraufhin den Übergang und kollidierte aufgrund der massiven Rauchentwicklung mit einem herannahenden Zug der Zillertalbahn.

Der Zusammenstoß löste eine Kettenreaktion aus, die die Einsatzkräfte an mehreren Fronten gleichzeitig forderte:

  1. Brand im Zug: In den Waggons, die mit 70 Personen besetzt waren, brach ein Feuer aus.
  2. Schwere technische Hilfeleistung: Der LKW verlor seine Ladung. Ein PKW wurde unter den Rundhölzern begraben (zwei Schwerverletzte), während ein weiteres Fahrzeug auf der gegenüberliegenden Gleisseite nach einem Überschlag auf dem Dach landete.
  3. Gefahrgut-Sicherung: Auf einer angrenzenden Baustelle gerieten Gasflaschen in Brand und mussten unter Deckung gekühlt werden.

Einsatzleiter BM Christian Ortner (FF Ried im Zillertal) koordinierte die umfassenden Maßnahmen im Abschnitt. Ein wesentlicher Baustein für den Einsatzerfolg war die Feuerwehr Uderns, welche die Lageführung übernahm und die Einsatzleitung bei der Koordination der Funkgespräche, der Dokumentation und der Kräfteeinteilung maßgeblich unterstützte.

Die Evakuierung der 70 Statisten (darunter zahlreiche Mitglieder der Feuerwehrjugend Ried und benachbarter Wehren des Abschnitts) erfolgte unter schwerem Atemschutz. Die Verletzten wurden zur weiteren Versorgung an das Rote Kreuz Schwaz übergeben, das mit 17 Einsatzkräften, 7 Rettungstransportwagen (RTW) und einem Notarzt die medizinische Komponente der Übung leitete.

Insgesamt demonstrierten 9 Feuerwehren mit 11 Fahrzeugen ihre Schlagkraft:

  • FF Ried im Zillertal: LFB (Einsatzleitung)
  • FF Kaltenbach: RF & TLF
  • FF Fügen: TLF
  • FF Uderns: Lageführung
  • FF Schlitters: LF
  • FF Bruck am Ziller: KLF
  • FF Hart im Zillertal: LFB
  • FF Stumm: DLK 30 & TLF
  • FF Mayrhofen: SRF (Unterstützung mit schwerem Rüstfahrzeug)

Zusätzlich sicherte die Polizei die Unfallstelle ab. Für eine täuschend echte Übungskulisse sorgte der Pyrotechniker der FF Arzl sowie die Firma dreamfire.at, deren Spezialeffekte den Stressfaktor für die Trupps realistisch erhöhten.

Die Übung im Abschnitt Fügen wurde von hochrangigen Beobachtern verfolgt: Bezirksfeuerwehrinspektor OBR Stefan Geisler, Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Hansjörg Eberharter, BFK-Stellvertreter BR Herbert Eibl sowie Abschnittskommandant ABI Reinhard Haun.

In der abschließenden Besprechung zeigten sich die Beobachter beeindruckt vom hohen Ausbildungsstand und der reibungslosen Kommunikation zwischen den Feuerwehren des Abschnitts und dem Rettungsdienst. "Diese Übung hat einmal mehr bewiesen, dass die Zusammenarbeit im Abschnitt Fügen über die Gemeindegrenzen hinweg perfekt funktioniert", resümierte Bezirksfeuerwehrkommandant Hansjörg Eberharter.

Bericht: BFV Schwaz / Team ÖA - Martin Ludwig

Fotos: BFV Schwaz / Team ÖA Stefan Rengo & Marcel Kammerlander

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