Feuerwehr, Rotes Kreuz, Polizei und Notarzt trainierten am 23. Oktober 2026 ein komplexes Verkehrsunfallszenario mit vier beteiligten Fahrzeugen, 37 Statistinnen und Statisten und zahlreichen Verletzten. Im Mittelpunkt standen die technische Rettung, die Patientenversorgung und die organisationsübergreifende Zusammenarbeit.
Wie bewähren sich Einsatzabläufe, wenn innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Verletzte versorgt und mehrere Personen aus Fahrzeugen befreit werden müssen? Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich die Feuerwehr Tux, das Rote Kreuz Schwaz – Ortsstelle Tux, die Polizeiinspektion Mayrhofen und Notarzt Dr. Alexander Rahm bei einer groß angelegten Alarmübung am Freitagabend.
Um 19:28 Uhr alarmierte die Leitstelle Tirol die Feuerwehr Tux mittels Pager. Das angenommene Einsatzszenario stellte die Einsatzkräfte vor eine komplexe Lage: Nach einem Verkehrsunfall mit drei Pkw und einem E-Bus der Firma Christophorus Reisen mussten zahlreiche verletzte Personen versorgt und mehrere technische Rettungen durchgeführt werden.
Vier Fahrzeuge, 37 Statistinnen und Statisten
Für eine möglichst realitätsnahe Darstellung wirkten insgesamt 37 Statistinnen und Statisten mit. Zwei Personen wurden als schwer verletzt, zwei als mittelschwer verletzt und mehrere weitere als leicht verletzt angenommen.
Bei zwei Pkw waren insgesamt vier Personen eingeklemmt. Parallel dazu musste beim dritten Pkw ein simulierter Motorraumbrand bekämpft werden. Gleichzeitig galt es, die Lage im E-Bus zu bewältigen: Dort befanden sich 33 Statistinnen und Statisten, darunter mehrere Leichtverletzte, eine hochschwangere Frau und eine gehbehinderte Dame, die aus dem Bus befreit werden mussten.
Das Rote Kreuz übernahm die Sichtung und Kategorisierung der Betroffenen sowie deren Erfassung und medizinische Versorgung. Notarzt Dr. Alexander Rahm war ebenfalls an der Übung beteiligt. Die Feuerwehr war neben der technischen Rettung auch bei der Befreiung und Betreuung der betroffenen Personen gefordert.
An der Übung beteiligten sich 20 Einsatzkräfte der Feuerwehr Tux, zwölf Kräfte des Roten Kreuzes und drei Beamte der Polizeiinspektion Mayrhofen.
Mannschaftsstärke und Kommunikation entscheiden
Gerade bei einem Verkehrsunfall mit vielen Verletzten müssen mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigt werden. Die technische Rettung aus den Fahrzeugen, die Brandbekämpfung, die Sichtung und Versorgung der Patienten sowie die Koordination der Einsatzmaßnahmen erfordern ausreichend Personal und klar abgestimmte Abläufe.
Feuerwehr-Einsatzleiter Christian Klausner und Rotkreuz-Einsatzleiter David Kirchler betonten die Bedeutung einer ausreichenden Mannschaftsstärke. Bei einem Szenario dieser Größenordnung sei es entscheidend, nicht zu knapp zu planen. Ebenso wesentlich sei die Kommunikation zwischen Feuerwehr und Rotem Kreuz, damit Rettungsmaßnahmen und Patientenversorgung Hand in Hand erfolgen können.
Die Übung verdeutlichte zudem, dass die Aufgaben der Feuerwehr nicht mit der Befreiung einer Person enden. Auch die anschließende Betreuung der Patienten kann personelle Ressourcen über einen längeren Zeitraum binden.
Realistische Darstellung als wichtiger Übungsfaktor
Einen wesentlichen Beitrag zur realitätsnahen Übungsannahme leisteten die beiden Schminkerinnen des Roten Kreuzes, die die Verletzungen der Statistinnen und Statisten realistisch darstellten. Die Firma Christophorus Reisen stellte gemeinsam mit Busfahrer Erik einen neuen E-Bus für die Übung zur Verfügung und ermöglichte damit, auch die besonderen Herausforderungen einer Rettung aus einem Bus praktisch zu trainieren.
Die Übungsleiter Hauptbrandmeister Marcel Kreidl von der Feuerwehr Tux und Martin Geisler vom Roten Kreuz bedankten sich bei allen Mitwirkenden, den Statistinnen und Statisten, Notarzt Dr. Alexander Rahm sowie den beteiligten Einsatzorganisationen für die Unterstützung und die engagierte Zusammenarbeit.
Die Alarmübung in Tux zeigte einmal mehr, welchen Stellenwert gemeinsame Übungen für die Vorbereitung auf komplexe Schadenslagen haben. Wenn zahlreiche Betroffene gleichzeitig Hilfe benötigen, sind Fachwissen, ausreichende Personalressourcen und eine funktionierende Zusammenarbeit entscheidend, um die notwendigen Maßnahmen koordiniert umzusetzen.
Bericht: BFV Schwaz / Team ÖA Marcel Kreidl
Bilder: BFV Schwaz / Team ÖA Marcel Kammerlander